«Beeindruckend, wie speditiv es zugeht» - Interview Pascal Fürer - St. Galler Tagblatt 3. April 2018

«Beeindruckend, wie speditiv es zugeht»

Der 24-jährige Pascal Fürer (SVP) sitzt seit Jahresbeginn im Gossauer Stadtparlament. Das jüngste Mitglied will sich nicht gegenüber älteren Kollegen abgrenzen. Einsetzen will sich Pascal Fürer für die Landwirtschaft und das lokale Gewerbe.

Pascal Fürer, Sie sind seit Januar im Gossauer Parlament. Was hat Sie am Parlamentsbetrieb am meisten überrascht?

Ich kannte das Parlament bereits als Gast. Dennoch war es beeindruckend zu sehen, wie speditiv es dort zugeht. Natürlich war ich bei der ersten Sitzung auch ein bisschen nervös. Schliesslich habe ich grossen Respekt vor der Arbeit als Stadtparlamentarier.

Welches parlamentarische Geschäft war für Sie bis jetzt das wichtigste?

Das war ganz klar der Entscheid, den Masterplan Sportanlagen in drei verschiedene Module aufzuteilen. Dieses Projekt wird das Parlament und das Volk noch sehr lange beschäftigen.

Sie sind das jüngste Mitglied des Gossauer Parlaments. Wie wollen Sie sich für Leute in Ihrem Alter einsetzen?

Ich sehe mich auf jeden Fall als Vertreter der jungen Generation. Das will ich aber nicht als Abgrenzung gegenüber älteren Parlamentariern verstehen. Ich bin zum Beispiel gegen eine Amtszeitbeschränkung, wie sie immer wieder diskutiert wird.

Werner Bischofberger von der SP findet, die ältere Generation sei im Stadtparlament untervertreten. Was sagen Sie als 24-Jähriger dazu?

Diesen Eindruck teile ich nicht. Ich finde, dass das Gossauer Stadtparlament sehr ausgewogen besetzt ist.

Sie sind Stadtparlamentarier und Präsident der SVP Gossau-Arnegg. Welchen Vorteil bringt das?

Das ist ein grosser Vorteil: Im Parlament bin ich hautnah an den Geschäften dran und erfahre alles aus erster Hand. Dieses Wissen kann ich dann gleich in den Parteivorstand einbringen.

Für welche Themen werden Sie sich in Zukunft im Parlament stark machen?

Es ist mir ein Anliegen, die Landwirtschaft zu stärken; ich bin selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen. Ebenso werde ich mich für das lokale Gewerbe einsetzen. Schliesslich ist eine nachhaltige Steuerpolitik wichtig.

Was genau verstehen Sie darunter?

Das heisst für mich, dass man Rechnungsüberschüsse in der einen oder anderen Form an die Steuerzahler zurückgibt. Und nicht – wie es der Stadtrat möchte – für spätere, unbewilligte Projekte beiseitelegt. (al)

Das «Tagblatt» stellt mit Kurzinterviews jene Parlamentarierinnen und Parlamentarier vor, die seit dem Wahlherbst neu im Parlament sind. (red)

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«Das Gesak ist ein Muss» - Interwiew Andreas Oberholzer, Gossauer Wochenzeitung "A" 1. März 2018

GOSSAU Ab April wird Andreas Oberholzer im Gossauer Parlament politisieren. Er steht für Gradlinigkeit ein und für seine grosse Leidenschaft: Für seine Heimat Gossau.

Martin Brunner

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Andreas Oberholzer, wie reagierten Sie, als klar wurde, dass Sie ins Gossauer Parlament nachrücken werden?

Für mich war immer klar, dass ich gerne im Gossauer Parlament sitzen würde. Umso mehr freue ich mich auf diese Aufgabe und darauf, dass ich einen vertieften Einblick ins politische Geschehen bekommen werde. Ich werde mein Amt mit dem nötigen ­Respekt anpacken.

Wie bereiten Sie sich auf Ihren ersten Einsatz vor?

In letzter Zeit war ich beruflich ziemlich stark engagiert. Deshalb blieb wenig bis keine Zeit für die Vorbereitung aufs Parlament. Nun aber werde ich die verschiedenen Dossiers studieren. Mir ist wichtig, dass ich den aktuellen Stand und die Fakten vertieft kenne, damit ich mich entsprechend einbringen kann. Von Vorteil ist dabei, dass ich seit 2017 dem Vorstand der SVP Gossau-Arnegg angehöre.

Mit welcher Einstellung wollen Sie politisieren?

Im Parlament vertrete ich einen Teil der Gossauer Bevölkerung. Diese Wahl von 2016 nehme ich ernst, denn immerhin geht es um unsere Stadt, die mir sehr am Herzen liegt. Nur dabei sein zählt für mich nicht.

Wo werden Sie Ihre Schwerpunkte setzen?

Der Sport spielt in meinem Leben eine zentrale Rolle. Seit meiner Kindheit bin ich eng mit dem FC Gossau verbunden und beschäftige mich intensiv mit dem Fussball. Meine Kinder sind sportlich aktiv. Unzählige Menschen in Gossau betätigen sich sportlich. Sie alle sind auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen. Handballer, Schwimmer, Leichtathleten und viele andere sollen auch in weiterer Zukunft ihrem Hobby frönen können. Deshalb möchte ich mich fürs Gesak einsetzen. Die Kosten sind zwar hoch und es wird entscheidend sein, diese im Griff zu haben. Aber es ist ein Muss für alle in Gossau.

Warum wählten Sie die SVP als Partei aus?

Die SVP setzt sich am klarsten für unsere nationalen Werte ein. Klare Linien sind für mich sowieso zentral. Sicherheit und Freiheit sind wichtige Eckpfeiler. Der haushälterische Umgang mit den Finanzen, die Interessenvertretung für Gewerbe und für Landwirtschaft überzeugen mich.

Warum liessen Sie sich 2016 auf die Wahlliste der SVP setzen?

Früher hatte ich zwar Interesse an der Politik, war aber nicht aktiv. Im Jahr 2012 kam ich zur SVP, nahm an den Versammlungen teil und wurde Vorstandsmitglied. Als es 2016 um die Wahlen ins Gossauer Parlament ging, sagte ich mit grosser Überzeugung zu. Zudem fand ich es spannend zu erfahren, wie gross meine Chancen sind. Mein gutes Resultat hat mich dann überzeugt.

Welche Bedeutung hat für Sie Gossau?

Wenn es um Gossau geht, so spreche ich oft vom Zentrum der Schweiz. Das bedeutet, dass mir Gossau enorm am Herzen liegt. Ich finde unsere Stadt so lebenswert wie keine andere. Man kann also schon fast von einer Leidenschaft für Gossau sprechen. Sorgen bereitet mir allerdings der ständige Rückgang der Geschäfte. Für eine Stadt wie Gossau sind wir an einem bedenklichen Punkt angelangt.

Wohin muss sich Gossau bewegen?

Wir müssen alles unternehmen, dass Gossau so attraktiv bleibt, wie es heute ist. Deshalb hat für mich das ­ Gesak eine so grosse Bedeutung. Unsere Stadt bietet in allen Bereichen so ­viele Möglichkeiten, die wir unbedingt ­pflegen und weiterentwickeln müssen.

Welche berufliche Laufbahn haben Sie eingeschlagen?

Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte ich bei der Firma Aepli meine Lehre als Metallbauzeichner. Es folgte die militärische Zeit mit der Rekrutenschule und der Unteroffiziersschule. Dabei kam ich in Kontakt mit Instruktoren und entdeckte meine Vorliebe fürs Unterrichten wieder. So kam es, dass ich die notwendigen Ausbildungen durchlief und seit 18 Jahren Berufsunteroffizier bin, im Moment noch in Frauenfeld, geplant ab 2019 in Herisau. Meinen Beruf und vor ­allem die Zusammenarbeit mit ­ jungen Menschen empfinde ich als Privileg.

Wie verbringen Sie Ihre ­Freizeit?

Meine Freizeit gehört zu einem grossen Teil meiner Frau und meinen zwei Kindern. Fussball hat immer noch seine Bedeutung, aber auch Sport allgemein. Im Sommer bin ich gerne auf meiner Vespa unterwegs.

Zur Person

Name: Andreas Oberholzer

Geburtsdatum: 1976

Beruf: Berufsunteroffizier

Hobbys: Sport allgemein, Fussball, Vespa

Motto: Meide negative Menschen, sie haben für jede Lösung ein Problem

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«Ich hätte dieses Ressort gewählt!» - Gossauer Nachrichten 10. Januar 2018

Seit dem 1. Januar 2018 hat Gossau eine neue Stadträtin. Claudia Martin hatte sich im ersten Wahlgang überlegen durchgesetzt. Nach der Konstituierung im Dezember steht heute die erste reguläre Stadtratssitzung für die neue Leiterin des Departements «Versorgung Sicherheit» auf dem Programm.

Stadtwerke Während der Wahlkampf ums Stadtpräsidium so richtig entfacht wurde, ist Claudia Martin seit letzter Woche bereits in Amt und Würden. «Mir wurde gesagt, ich sei die erste nicht vollamtliche Stadträtin, die ein Büro beansprucht», lacht Claudia Martin. Sie wolle einen Platz zum Arbeiten und einen Rückzugsort fürs Aktenstudium. Ausserdem ermögliche das Büro kurze Wege und spontane Begegnungen mit den Mitarbeitern der Stadtwerke. «Gerade in der Einarbeitungsphase, wenn ich alle Projekte und Themen verstehen muss, sind die kurzen Wege ein grosser Vorteil. Aber ich kenne sehr wohl meine Rolle und werde mich nicht ins operative Geschäft einmischen», erklärt Martin. Die Spekulation, die im Tagblatt zu lesen war, sie hätte lieber ein anderes Departement erhalten, weist sie entschieden zurück. «Das Gegenteil ist richtig. Ich freute mich über diese Zuteilung und wäre auch bei einer freien Wahl in diesem Departement.» Hier habe man konkrete Themen zu behandeln, realisierbare Projekte, bei denen die Machbarkeit im Vordergrund stehe. Ausserdem habe sie seit je eine Affinität zur Technik. Themen wie die Energieeffizienz, das Glasfaserprojekt oder Smart City seien äusserst spannend.

Grosse Solidarität

Aktuell steht für Martin «lesen, lesen, lesen» an, um sich in alle Geschäfte ihres Departements «Versorgung Sicherheit» einzuarbeiten. «Dazu kommen sämtliche anderen Stadtratsgeschäfte», erklärt Martin, die heute zum ersten Mal an einer regulären Sitzung des Stadtrates teilnimmt. Für die Einarbeitung sei ihr Sieg im ersten Wahlgang ein Glücksfall gewesen. So habe sie bereits im Dezember mit ihrer Vorgängerin Gaby Krapf die Übergabe vorbereiten und die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr fürs Aktenstudium nutzen können. Dass sie bereits im ersten Durchgang gewählt wurde, kam auch für Martin eher überraschend. Danach habe sie eine grosse Solidarität erfahren dürfen. «Überall haben mir Leute gratuliert und sich mit mir gefreut», erzählt sie. Ausserdem sei sie von allen Mitarbeitern überaus herzlich aufgenommen worden.

Zeitlicher Zufall

Dass Markus Baer als Leiter der Stadtwerke fünf Tage nach Bekanntgabe der Ressortverteilung im Stadtrat seinen Rücktritt bekannt gab, habe nichts mit ihrer Person zu tun gehabt: «Das war reiner Zufall.» Das hätten ihr alle versichert und auch die Zusammenarbeit mit 

Dass ihre Partei, die SVP, beim sogenannten «KEV-Debakel» in Gossau immer sehr deutlich Stellung bezog, ist für Claudia Martin auch kein Thema. «Weder habe ich diesbezüglich eine Erwartungshaltung der Partei zu erfüllen, noch ist es meine Philosophie, wegen Geschäften aus der Vergangenheit unnötig Staub aufzuwirbeln.» Sie wolle sich aufgabenorientiert der Zukunft widmen und freue sich auf die Zusammenarbeit in der Kollegialbehörde.

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Die Jungen übernehmen das Ruder - St. Galler Tagblatt 6. Januar 2018

GOSSAU ⋅ Sie sind beide 24 Jahre alt und präsidieren bereits eine Partei. Andrin Fröhlich (FDP) und Pascal Fürer (SVP) wurden als Jugendliche politisiert; ihre Debattierlust wurde auf dem Pausenplatz geweckt.
Sebastian Schneider

Pascal Fürer, was motiviert Sie, Präsident einer Ortspartei zu sein?

Fürer: Bevor ich im vergangenen Mai gewählt wurde, hatte ich schon einige Jahre im Parteivorstand mitwirken dürfen. Als der Wechsel anstand, war ich bereit, diese Verantwortung zu übernehmen. Zumal ich das Vertrauen der Partei spürte. Das neue Amt motiviert mich zugleich, weitere politische Taten anzugehen.

Zum Beispiel als Stadtparlamentarier. Am 16. Januar haben Sie Ihre erste Sitzung.

Fürer: Ich freue mich, den Parlamentsbetrieb von innen kennen zu lernen. Ich habe mich in die Dossiers bereits eingelesen.

Wie wichtig ist es, als Parteipräsident zugleich ein Mandat zu bekleiden?

Fürer: Es ist sicher ein Vorteil, wenn man die Informationen über politische Geschäfte aus erster Hand erhält und sie in den Parteivorstand einbringen kann.

Wurmt es Sie nicht, Andrin Fröhlich, dass Sie es als zweiter Ersatz nicht ins Stadtparlament geschafft haben?

Fröhlich: Natürlich liess ich mich aufstellen, um gewählt zu werden. Dass ein rascher Wahlerfolg aber schwierig ist, war mir natürlich bewusst. Im Moment freue ich mich darüber, die FDP zu präsidieren. Ich lerne dabei sehr viel und kann etwas bewirken.

Was hat in Ihnen beiden das politische Feuer entfacht?

Fröhlich: Ich wurde unter anderem in der Familie politisiert – nicht zuletzt, weil man Vater Hanspeter selber Politiker war. Die Zeit im Gymnasium Friedberg war zudem prägend, weil ich dort viel debattierte. Hineingezogen haben vor allem eidgenössische Themen.

Fürer: Meine Eltern sind überhaupt nicht politisch. Ich habe auf dem Pausenplatz in der Oberstufe zu diskutieren begonnen, mehrheitlich über nationale Themen.

Interessiert haben also vor allem nationale Themen. Was macht den Reiz aus, Lokalpolitik zu betreiben?

Fürer: Gossau ist allein durch seine Lage ein attraktiver Ort. Ich will mich für gute Rahmenbedingungen für die Bevölkerung einsetzen und für ein lebenswertes Gossau.

Und wie kam es zu den Engagements in der FDP, respektive in der SVP?

Fröhlich: Das eine hat das andere ergeben. Weil ich von der Partei absolut überzeugt war, habe ich 2012 zum ersten Mal für die FDP kandidiert. Ein, zwei Jahre darauf wurde ich angefragt, ob ich dem Parteivorstand beitreten will.

Fürer: Meine Mitgliedschaft bei der Jungen SVP des Kantons St. Gallen wurde bei der Ortssektion gemeldet. Ich begann, Anlässe der SVP Gossau-Arnegg zu besuchen und kam so in die kommunale Politik hinein.

Unter anderen wegen Ihnen als junge Parteipräsidenten spricht man in Gossau von einem Generationenwechsel. Was werden Sie als junge Politiker verändern?

Fürer: Wir bringen sicher frische, neue Ideen als Vertreter der jüngeren Generation. Dies dürfte wiederum junge Bürger motivieren, selber in der Politik mitzumachen oder zumindest zu wählen und abzustimmen.

Fröhlich: Auch mir ist es ein Anliegen, Leute für die Politik zu motivieren. Ich finde es schade, dass wir hierzulande nur selten 50 Prozent Stimmbeteiligung erreichen.

Abgesehen davon: Sie unterstützen beide einen linken Kandidaten fürs Stadtpräsidium.

Fürer: Es ging darum, der Bevölkerung eine Auswahl zu bieten. Es war nur logisch, dass ich als Parteipräsident der Findungskommission angehöre. Und die Partei hat danach in einer Abstimmung Stimmfreigabe beschlossen.

Sie hätten aber auch sagen können: Wir haben unsere Aufgabe in der Findungskommission erfüllt, nun unterstützen wir den bürgerlichen Kandidaten.

Fröhlich: In der Findungskommission haben wir von Anfang an gesagt, dass die Parteizugehörigkeit zweitrangig ist. Die Fähigkeiten zählen. Und zudem: Wenn ich Wolfgang Giella zuhöre, habe ich überhaupt nicht das Gefühl, dass er links ist. Teilweise tickt er meiner Meinung nach gar Mitte-Rechts.

Die Beurteilung über die beiden Kandidaten gehen in Ihren Parteien weit auseinander. Schadet es den Parteien nicht, dass sich solche tiefe Gräben auftun?

Fürer: In der SVP darf man verschiedene Meinungen vertreten. Am Ende entscheidet die Mehrheit; in unserem Fall hat man die Stimmfreigabe beschlossen.

Hat der Generationenwechsel in der FDP etwas mit der Wahlempfehlung für Giella zu tun?

Fröhlich: Ich war ja noch nicht Präsident, als die Partei die Parole fasste. Die Meinung des Präsidenten ist in diesem Fall ohnehin nicht wirklich entscheidend. Seine Aufgabe ist schlicht, dafür zu schauen, dass der Prozess zur Entscheidungsfindung korrekt abläuft.

Sprechen wir noch über Stadträte. Ihre Parteien sind in der Legislative und in der Exekutive vertreten. Welchen Kurs wollen Sie einschlagen, damit sich die Partei selber treu bleibt und die Parlamentarier zugleich dem eigenen Stadtratsmitglied nicht im Wege stehen?

Fürer: Die SVP ist keine Oppositionspartei und war es auch nicht, bevor Claudia Martin gewählt wurde. Wir machen konstruktive Politik für das Volk.

Fröhlich: Differenzen kann es bereits unter Fraktionsmitgliedern geben. Man darf die Meinungsunterschiede aber nicht überschätzen. Grundsätzlich ist Lokalpolitik sehr fassbar, die Folgen eines Entscheids sind direkt zu sehen. Daher geht es hier auch pragmatischer zu und her als etwa in Bern.

Haben Sie für Ihre Parteien bereits Ziele, auch in Hinblick auf die Wahlen 2020?

Fürer: Wahlen sind meiner Meinung ein ständiger Prozess und finden nicht nur alle vier Jahre statt. So sind wir auch während der Legislatur im Dorf präsent.

Fröhlich: Mein Ziel ist, dass die FDP wieder präsenter wird. Der Prozess beginnt damit, aktiver auf die Parteimitglieder zuzugehen und allen zu zeigen, dass wir gute Politik machen.

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Koller fordert Kostenklarheit - St. Galler Tagblatt 15. Dezember 2017

GOSSAU Die veraltete Technik im Hallenbad Rosenau wird die Stadt noch einige hunderttausend Franken kosten. Felix Koller und Gallus Hälg wollen jetzt mehr Transparenz. Die SP befürchtet dahinter andere Absichten.

Sebastian Schneider

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Es war Felix Kollers letzter Streich, und er war erfolgreich. Zusammen mit Stimmen aus dem Mitte-Rechts-Lager fand der FDP-Fraktionspräsident an seiner letzten Parlamentssitzung Anfang Dezember eine Mehrheit, die die Streichung eines Betrags von 200000 Franken aus dem Budget 2018 beschloss. In diesem Posten enthalten sind Ersatzinvestitionen fürs alte Hallenbad Rosenau, wie etwa eine neue Messsteuerregeltechnik für das Chlor. Weil Kollers Antrag im Parlament mit 14 zu 13 Gegenstimmen angenommen wurde, muss der Stadtrat zuerst eine Vorlage ausarbeiten und den allfälligen Baukredit vom Parlament genehmigen lassen. Koller geht indessen noch weiter. Zusammen mit SVP-Fraktionspräsident Gallus Hälg hat er ein Postulat eingereicht, das dem Stadtrat noch mehr Hausaufgaben beschert, sofern es eine Parlamentsmehrheit für erheblich erklärt.

Millionen investieren oder gar stilllegen?

Im Postulat, das von 17 Parlamentariern mitunterzeichnet wurde, fordern die Autoren eine umfassende Berichterstattung des Stadtrats bezüglich der letzten Betriebsjahren des Hallenbads. Es dürfte nämlich noch 8 bis 15 Jahren dauern, bis im Gebiet Buechenwald ein neues Hallenbad fertiggebaut ist (siehe Zweittext). Die Postulanten fordern darum vom Stadtrat einen Bericht, der aufzeigt, was alles nötig ist für die Aufrechterhaltung des Betriebs in den letzten Jahren. Zudem wünschen Koller und Hälg eine Skizzierung des bestmöglichen und des schlechtesten Falls. In diese Rechnung sollen nicht nur die Ersatzinvestitionen, sondern auch Betriebs- und Unterhaltskosten einfliessen. Der Stadtrat soll zudem ausrechnen, wie hoch die Summe verlorener Beiträge (à fonds perdu) für die letzten Betriebsjahre ist. Oder ob der Stadtrat eine Stilllegung des Hallenbads als sinnvoll erachtet. Zuletzt erwarten die Parlamentarier Bericht darüber, ob eine Runderneuerung nicht besser wäre als eine Sanierung in Etappen.

SP poltert gegen «bürgerliche Sparwut»

Der Vorstoss von Koller und Hälg hat naturgemäss die politische Gegenseite auf den Plan gerufen. Bereits in der Budgetdebatte lösten Kollers Voten genervtes Kopfschütteln in der linken Ratsseite aus. Wenige Tage später verschickte die SP Gossau-Arnegg eine Stellungnahme zur Budgetsitzung. Das rechtsbürgerliche Gossauer Parlament gefährde mit seinem Handeln den Schwimmunterricht hunderter Schulkinder, heisst es etwa im Communiqué. Auch Felix Koller bekommt sein Fett weg. Der FDP-Politiker würde den Willen der Stimmbevölkerung auf «abenteuerliche» Art interpretieren, wenn er gar eine Stilllegung des Hallenbads Rosenau als sinnvoll erachte. Die SP verweist auf die Grundsatzabstimmung von 2013, als bei hoher Stimmbeteiligung rund 80 Prozent der Bürger Ja zu einem Hallenbad sagten. Die SP werde sich für den lückenlosen Hallenbadbetrieb einsetzen und gegen die Sparwut des Parlaments kämpfen.

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