Doppelt die SVP jetzt nach? - St. Galler Tagblatt 28. November 2017

EUPHORIE ⋅ Die SVP Gossau-Arnegg feiert ihren Einzug in den Stadtrat, und einzelne Mitglieder träumen gar von einem weiteren Coup. Bei der CVP hingegen ist guter Rat teuer.
Sebastian Schneider

«Ja, wir haben schön gefeiert», sagt Neostadträtin Claudia Martin am Tag nach ihrer Wahl. Im Anschluss zur Bekanntgabe der Resultate im Fürstenlandsaal sind zahlreiche Vertreter der SVP und Gäste ins BBC gepilgert und haben dort auf den Wahlerfolg angestossen. Mit von der Partie war auch Pascal Fürer, Präsident der Ortspartei. «Die Wahl hat mich riesig gefreut», sagt er. Er habe ja schon gewusst, dass Claudia Martin Favoritin sei. Dass es aber gleich im ersten Durchgang klappt, damit habe er nicht rechnen können.

Obschon das eine oder andere Glas im BBC nachgefüllt wurde, habe man es nicht übertrieben. «Ich habe nach der Party mit der Familie zu Hause Znacht gegessen», sagt denn auch Martin. Und gestern Morgen stieg sie sogleich wieder in die Hosen: Zuerst stand die Sitzung der SVP-Kantonsratsfraktion auf dem Programm, danach ging die Session im Kantonsratssaal los.

Die Stadt Gossau kann durch Claudia Martins Wahl nun vorwärts blicken. Am 6. Dezember ist die Sitzung anberaumt, an der die Departemente verteilt werden. Wann Claudia Martin ihr Amt als Stadträtin aufnimmt, ist aber noch offen. «Die Abklärungen mit meinem Arbeitgeber laufen bereits», sagt sie. Ziel sei es, bereits Anfang Jahr beginnen zu können.

CVP prüft verschiedene Optionen

Für die CVP war der Wahlsonntag mit dem Resultat von Stadtpräsidentkandidat Daniel Lehmann äusserst unerfreulich. Anstatt zu feiern traf sich der Parteivorstand am Sonntagabend zur Beratung. Noch am selben Tag informierte Parteichef Elmar Hardegger, man habe noch keinen Entscheid zum weiteren Vorgehen fällen können. Auf Anfrage sagt Hardegger, dass die Ernüchterung am Sonntag gross gewesen sei. Man habe eine Analyse vorgenommen, wobei schwierig zu sagen sei, was zum enttäuschenden Resultat geführt habe. Dass es einen zweiten Wahlgang geben könnte, damit habe man zwar noch gerechnet. Dass Lehmann aber von Giella überholt wurde, sei eine Überraschung gewesen. Die kommenden Tage werden für den CVP-Präsidenten intensiv. Wie er sagt, wird man so rasch als möglich alle nötigen Abklärungen treffen. Optionen gebe es verschiedene, deshalb brauche es nun einige Tage, bis man das weitere Vorgehen bestimmen könne.

Bereits zu einer Sitzung getroffen hat sich auch die Findungskommission, die Wolfgang Giella als Kandidat aufgebaut hat. Man habe den positiven Wahlausgang ausgewertet, sagt SVP-Vertreter Markus Rosenberger. Über das weitere Vorgehen werde zu einem späteren Zeitpunkt gesprochen.

Tatsächlich ist nicht auszuschliessen, dass ein weiterer Kandidat auf den Schild gehoben wird. Beflügelt durch den Wahlsieg, wünschen einige SVP-Mitglieder eine parteieigene Kandidatur. Am Sonntag kam einmal mehr der Name Michael Götte ins Spiel. Der Tübcher Gemeindepräsident stand mit der Findungskommission in Kontakt und ist ein Wunschkandidat der SVP. Götte schliesst auf Anfrage nichts aus. Er werde zuerst einmal abwarten, was passiere. Die Strategie der SVP, sich vorderhand auf die Stadtratswahl zu konzentrieren, sei jedenfalls die richtige gewesen. So sind alle Augen wieder auf die CVP gerichtet, die in der schwierigen Lage ist – wie bereits im Sommer – den ersten Zug machen zu müssen.

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Leserbrief - St. Galler Tagblatt 15.11.2017

In Gossau stehen wichtige Projekte an, etwa die Realisierung des Masterplans Sportanlagen. Die Kostenschätzung des Projekts läuft derzeit in Richtung 100 Millionen Franken. Mir ist es ein Anliegen, dass wir zwischen Wünschbarem und Notwendigem unterscheiden und mit unserem Steuerfranken haushälterisch umgehen.

Die Stadtratskandidatin Claudia Martin setzte sich als langjähriges Mitglied des Stadtparlaments und derzeit im Kantonsrat für diese finanzpolitischen Themen ein. Gerade diese wichtige Verbindung in den Kantonsrat – welche Gossau seit der Wahl Bruno Damanns in den St. Galler Regierungsrat verloren hat – erachte ich als äusserst wertvoll. Die Gossauer Interessen können so bewusster und effektiver im Kanton eingebracht werden.

Als Bauernsohn liegt mir die Landwirtschaft am Herzen. Mit Claudia Martin hätte Gossau eine bodenständige Stadträtin, welche sich für die landwirtschaftlichen Themen, sowie für die Industrie und das heimische Gewerbe stark macht. Sie ist eine kommunikative und lösungsorientierte Person, die ihre Meinung sachlich darlegt und letztendlich den Konsens sucht und diesen auch vertritt. Ich wähle aus diesen Gründen Claudia Martin in den Stadtrat.

Pascal Fürer
Präsident SVP Gossau-Arnegg
Enggetschwil 661
9200 Gossau

 

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Leserbrief - Gossauer Nachrichten 8. November 2017

Claudia Martin steht für einen Generationenwechsel

Als Claudia Martin 2005 ins Gossauer Stadtparlament gewählt wurde, übernahm sie sogleich Verantwortung: sie wurde Vizepräsidentin. Im 2006 führte sie im Alter von 28 Jahren als höchste Gossauerin diszipliniert und bedacht die Sitzungen und nahm besonnen die repräsentativen Aufgaben wahr. Während fünf Jahren stand sie unserer Fraktion vor und verstand es, die vielen Sitzungen effizient zu leiten, rege Diskussionen immer wieder geschickt in sachlich und lösungsorientierte Bahnen zu führen und unsere Fraktionsmeinungen klar und bestimmt im Parlament vorzubringen.

Mit ihrer freundlichen Art, der hohen Sachkompetenz und Konsensfähigkeit hat sie nicht nur ihre Fraktionsmitglieder überzeugt, sondern durfte auch von Mitgliedern anderer Fraktionen und Parteien eine hohe Akzeptanz erfahren. Mit ihrem Einsitz im St.Galler Kantonsrat seit 2013 ist sie über unsere Stadtgrenze hinaus bestens vernetzt. Dieses Amt würde ihr auch erlauben, Anliegen der Stadt Gossau im Kantonsrat direkter vorzubringen und auf der anderen Seite kantonale Informationen aus erster Hand in den Stadtrat einfliessen zu lassen. Ihre Kandidatur ermöglicht der Gossauer und Arnegger Bevölkerung auch die Chance, einen Generationenwechsel in unserer Exekutive einzuläuten.

Claudia Martin ist eine engagierte, verlässliche und ehrliche Persönlichkeit. So habe ich sie in all den Jahren kennen und schätzen gelernt. Sie erfüllt alle Voraussetzungen, um die Aufgaben einer Stadträtin auszuführen und zu gestalten. Machen Sie es wie ich, geben Sie Claudia Martin Ihre Stimme.

Gallus Hälg, Fraktionspräsident

SVP Gossau-Arnegg

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Leserbrief - St. Galler Tagblatt 04. November 2017

Claudia Martin in den Stadtrat

Warum ist Claudia Martin die beste und richtige Wahl für den Stadtrat? Als ehemaliger langjähriger Fraktionspräsident der FDP im Stadtparlament kenne ich alle drei für den Stadtrat Kandidierenden bestens. Claudia Martin ist die Einzige der drei, die bürgerlich und nicht links politisiert. Unter anderem setzt sie sich schon immer dafür ein, dass wir mit unseren Steuergeldern haushälterisch umgehen und diese nicht verschleudern. Sie hat langjährige Führungs- und Verwaltungserfahrung und damit die richtigen Grundlagen, um erfolgreich in der Exekutive zu arbeiten. Der Kanton ist daran, immer mehr Lasten auf die Gemeinden abzuwälzen. Dagegen müssen wir uns wehren, der Stadtrat braucht wieder eine Vertretung im Kantonsrat. Claudia Martin ist Kantonsrätin und kann diese Aufgabe deshalb optimal wahrnehmen. Die meisten aktuellen Mitglieder des Stadtrats und die nun Kandidierenden von SP und FLiG sind bereits um die 60 Jahre alt. Claudia Martin ist auch deshalb die ideale neue Stadträtin, weil sie mit ihren 39 Jahren eine generationenübergreifende Rolle wahrnehmen kann.

Aus diesen Gründen wähle ich Claudia Martin!

Hanspeter Fröhlich

Jägerweg 3, 9200 Gossau

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«Der Verkehr darf nicht verteufelt werden» - St. Galler Tagblatt 19. Oktober 2017

GOSSAU ⋅ SVP-Stadtratskandidatin Claudia Martin wehrt sich im Interview gegen die «Frauenfrage». Lieber spricht die 39-Jährige über Sachthemen und ihr Anliegen, Industrie und Gewerbe zu stärken.
Noemi Heule
Claudia Martin, galt es in Gossau politische Ämter zu besetzen, war Ihr Name bereits in der Vergangenheit im Spiel. Sie haben jedoch stets abgewinkt. Weshalb stellen Sie sich nun zur Wahl?
Bislang habe ich mich auf meinen Lehrerberuf sowie auf das Kantonsratsmandat konzentriert. Nach langjähriger Erfahrung in der Legislative will ich nun Verantwortung in der Exekutive wahrnehmen. Dieser Wunsch bestand zwar schon länger, nun bringe ich auch das nötige Rüstzeug mit.
Welches Rüstzeug?
Als langjährige Stadtparlamentarierin kenne ich die Politik von Gossau. Als Kantonsrätin verfüge ich über ein Netzwerk im Kanton. Die Kombination dieser beiden Bereiche kann Gossau politisch und fachlich voranbringen.

Einige hätten Sie gerne gleich als Stadtpräsidentin gesehen.
Ich habe keine Ambitionen auf das Vollzeitamt des Stadtpräsidenten. Ich bin eine Verfechterin des Milizsystems und möchte mein Pensum als Berufsschullehrerin beibehalten.

Der Sitz des Stadtpräsidenten ist ebenfalls vakant. Was erwarten Sie von einem möglichen zukünftigen Chef?
Dass er Gossau umsichtig, weitsichtig und vor allem verantwortungsbewusst weiterentwickelt.

Sie sind Berufsschullehrerin, Kantonsrätin und alleinerziehende Mutter. Als Sie 2013 in den Kantonsrat nachrückten, haben Sie Ihren Sitz im Stadtparlament aufgegeben. Wie wollen Sie nun alle Aufgaben vereinen?
Es ergab für mich damals keinen Sinn, in zwei Legislativorganen vertreten zu sein. Nun könnte ich die Erfahrung in der Legislative mit jener in der Exekutive verknüpfen. Im Kantonsrat gestalte ich Gesetze mit, die wiederum Einfluss auf die Gemeinden und damit auf den Gossauer Stadtrat haben. Zudem habe ich als Berufsschullehrerin ein Teilpensum und kann die Zeit, die das Amt einer Stadträtin erfordert, ohne Probleme aufbringen.

Wie stehen Sie zum Vorschlag, die Aufgaben des Stadtrates auf sieben Köpfe zu verteilen?
Gossau hatte bis 2009 einen Stadtrat bestehend aus sieben Mitgliedern. Damals habe ich mich aktiv dafür eingesetzt, das Gremium nicht zu verkleinern. Beide Systeme haben aber ihre Vor- und Nachteile. Die jetzige Situation mit zwei Wechseln stellt auf jeden Fall eine Ausnahmesituation dar, die man so nicht generalisieren kann.

Sie haben sich in den vergangenen vier Jahren im Kantonsrat im Hintergrund gehalten. Wie wollen Sie im Gossauer Stadtrat in Erscheinung treten?
Als Mitglied der Staatswirtschaftlichen Kommission habe ich mich parteipolitisch zurückgehalten. Auch im Stadtrat bin ich der Aufgabe des Amtes und nicht der Parteipolitik verpflichtet. Dennoch werde ich meine Meinung selbstverständlich engagiert einbringen.

Wofür setzen Sie sich ein?
Ich will die Stadt Gossau als Wirtschaftsstandort sichern und die Rahmenbedingungen für Industrie und Gewerbe verbessern. Dagegen sollen bürokratische Belastungen vermindert werden. Ich bin aber auch Bildungspolitikerin und will mich für ein leistungsfähiges Bildungswesen einsetzen.

Zwei Frauen kandidieren für den Stadtrat. Gossau könnte erstmals eine Frauenmehrheit in der Regierung erhalten. In erster Linie zählt für mich die Qualifikation und nicht das Geschlecht. Ein Gremium sollte ohnehin nicht nur geschlechts-, sondern auch altersdurchmischt sein. Beides zusammen erachte ich als Idealfall für eine gelungene Zusammenarbeit.

Der Verkehr ist in Gossau ein Dauerthema. Welche Lösung schwebt Ihnen vor?
Der Verkehr darf nicht verteufelt werden: Gossau verfügt über ein gutes ÖV-Angebot. Dennoch gehört auch der Autoverkehr zu einer Agglomerationsgemeinde. Eine Engpassbeseitigung im Osten von Gossau sowie der Wachtenegg-Tunnel im Raum Herisau könnten das Zentrum von Gossau langfristig entlasten.

Was ist denn Ihrer Meinung nach Gossaus derzeit grösste Baustelle?
Finanzpolitisch steht die Gemeinde vor Herausforderungen. Es stehen grosse Infrastruktur-Projekte an; die demografische Entwicklung, steigende Kosten im Sozialwesen und die Wirtschaftsentwicklung verschärfen die Situation zusätzlich. Gossau braucht einen gesunden Stadthaushalt mit einem hochstehenden Leistungsangebot und einer attraktiven Steuerbelastung.

Sie sprechen den Masterplan Sportanlagen an. Ist das Millionenprojekt ohne Steuererhöhung finanzierbar?
Das muss das Ziel sein. Ich setze mich denn auch für die Umsetzung der Vorlage ein. Sparen kann Gossau dagegen beim Kernaufwand in der Verwaltung.

Sie sind eine leidenschaftliche Hobby-Köchin. Welche Zutaten braucht eine gute Politikerin?
Ein rassiges Gewürz sorgt für die Dynamik. Zudem braucht es die nötige Geduld, ein Gericht auch mal kochen zu lassen, bis der Zeitpunkt für eine Lösung da ist. Auch Kreativität ist gefragt: Man muss schön anrichten können, um Ideen mehrheitsfähig zu ­machen.

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