Sieben Sitze als SVP Wahlziel - St. Galler Tagblatt vom 27. Januar 2016

 

Gruppenbild mit Damen: Das offizielle Bild der Kandidatinnen und Kandidaten, die sich am 28. Februar im Wahlkreis St. Gallen-Gossau für die SVP zu den Kantonsratswahlen stellen. (Bild: pd)

Den Schwung der eidgenössischen Wahlen nutzen und einen Sitzgewinn anstreben: Das ist das erklärte Ziel der SVP St. Gallen-Gossau für die Kantonsratswahlen. Auf der Liste stehen 15 Kandidierende, darunter 5 Bisherige.

CLAUDIA SCHMID

Vor vier Jahren musste die SVP im Wahlkreis St. Gallen-Gossau zwei Sitzverluste hinnehmen und war damit von 2012 bis heute mit fünf Männern und einer Frau im kantonalen Parlament vertreten. «Nun stehen die Chancen gut, dass wir mit sieben Sitzen vertreten sein werden», erklärt Kantonsrätin Claudia Martin, welche die Kreispartei präsidiert. Aufgrund des Wähleranteils könnte ihres Erachtens sogar ein achtes Mandat drin liegen. «Das hängt aber ganz davon ab, wie es uns gelingt, unsere Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren.»

Eine Liste, 15 Namen

Die SVP St. Gallen-Gossau hat sich entschlossen, für den 28. Februar nur mit einer Liste ins Rennen zu steigen. «Die Jung-SVP haben wir integriert. Sie ist mit dem 24jährigen Pascal Fürer auf der Liste vertreten», sagt die Parteipräsidentin. Da Kantonsrat Markus Straub aus der Stadt ins Rheintal gezogen ist, treten mit Claudia Martin, Karl Güntzel, Kurt Alder, Toni Thoma und Benno Koller fünf der sechs Bisherigen erneut an.

Bewusst habe die Partei darauf verzichtet, möglichst viele Namen für die Kantonsratswahlen zu nominieren. «Wir haben auf unserer Liste keine Lückenfüller. Alle Kandidierenden sind sehr motiviert und bereit, das Amt auch auszuüben.» Die meisten hätten bereits politische Erfahrung. Vom Alter und dem beruflichen Hintergrund her sei die Liste gut durchmischt. Bis auf einen werden alle 15 Kandidierenden darauf zweimal aufgelistet sein.

Frauen in der Minderheit

Klar untervertreten sind auf der SVP-Liste mit nur zwei Kandidatinnen die Frauen. «Wir haben in unserer Partei viele engagierte Frauen und trotzdem Mühe, sie für eine Kandidatur zu gewinnen», betont Claudia Martin. Als möglichen Grund nennt sie, dass die weiblichen Parteimitglieder bereits stark in Familie und Beruf engagiert sind. «Ausserdem habe ich den Eindruck, dass sie sich im Gegensatz zu den Männern weniger gerne dem rauhen Wind aussetzen, der in der Politik zu spüren ist.» Im weiteren fällt auf der SVP-Liste auf, dass nur vier Kandidierende in der Stadt St. Gallen wohnen. Die SVP sei schon immer eher auf dem Land als in der Stadt stark verankert gewesen, erklärt die Präsidentin der Kreispartei.

«Unsere Werte» respektieren

Claudia Martin zeigt sich zuversichtlich, dass die SVP im Wahlkreis St. Gallen-Gossau ihre Ziele bei den Kantonsratswahlen erreichen wird. «Die drängendsten Fragen, die derzeit in der Öffentlichkeit diskutiert werden, gehören praktisch alle zu Themen, die wir seit Jahren bearbeiten», sagt sie. Als Beispiel nennt sie die Zuwanderung. Für die SVP sei klar, dass die Zugewanderten unsere Grundwerte respektieren müssten. Diejenigen, die sie verletzen würden, müssten als Konsequenz ihr Aufenthaltsrecht verlieren.

Auch die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit sei ein zentrales Anliegen der SVP: «Die Polizei sollte sich verstärkt auf ihren Grundauftrag konzentrieren, nämlich für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Busseneinnahmen sind die Konsequenz aus Fehlverhalten und nicht eine zusätzliche Einnahmequelle.»

Regulierung eindämmen

Als weitere Beispiele führt Claudia Martin gesunde Staatsfinanzen und optimale Rahmenbedingungen für KMU und Landwirtschaft an. Der Staat müsse seine Ausgaben danach richten, was finanziell tragbar sei, statt den Mittelstand mit Steuererhöhungen zu schwächen. Die Regulierung des Staates sei einzudämmen, denn sie belaste die Wirtschaft und behindere die produzierende Landwirtschaft. Zudem setze sich die SVP dafür ein, dass sich Arbeit mehr lohne, als Sozialhilfe zu beziehen. «Diese muss zur Überbrückung von Notlagen gestaltet sein und nicht als Alternative zum Erwerbseinkommen», fordert Claudia Martin.

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