"Wir müssen die Zukunft selber gestalten" Interview mit Pascal Fürer - Gossauer Wochenzeitung "A" 17.08.2017

«Wir müssen die Zukunft selber gestalten»

POLITISCHES PERSONAL Die SVP Gossau hat einen der jüngsten Präsidenten ihrer Geschichte. Der 23-jährige Pascal Fürer hat sich schon als Jugendlicher mit Politik befasst und gehört damit wohl zu den Ausnahmen.

Interview: Martin Brunner

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Pascal Fürer, wie sind Sie in Ihr Amt als Präsident Ihrer Ortspartei gestartet?

Seit Mitte Mai konnte ich mich schon recht gut in meine Aufgaben einarbeiten. Hilfreich dabei war, dass ich dem Vorstand bereits seit drei Jahren angehörte und die Geschäfte kannte. Zudem hat mir mein Vorgänger Markus Rosenberger nach seiner siebenjährigen Amtszeit eine einwandfrei organisierte Partei überlassen. Da er weiter im Vorstand bleibt, und dies als ­Vizepräsident, wird er mir mit seiner Erfahrung eine grosse Hilfe sein.

Warum haben Sie das Präsidium übernommen?

Nach sieben Jahren stand ein Wechsel in der Parteiführung an. Solche Veränderungen sind nach einer gewissen Zeit sinnvoll. Da ich vom Vorstand und von der ganzen Partei das Vertrauen bekam, sagte ich gerne zu. Ich hoffe natürlich, dass ich mit meinem jugendlichen Alter auch neue Sichtweisen einbringen kann. Zudem mag ich Herausforderungen und über­nehme gerne Verantwortung.

Wie kamen Sie in die Politik?

Bereits während der Sekundarschulzeit bekam ich Interesse an der Politik. Mit Kollegen diskutierte ich deshalb gerne auf dem Pausenplatz, damals vielleicht noch eher oberflächlich.

Daraus entwickelte sich die Idee, mich der jungen SVP des Kantons St.Gallen anzuschliessen. Dort machte ich sofort im Vorstand mit.

Warum entschieden Sie sich für die SVP?

Als ich mich über die verschiedenen Parteien informierte, gefiel mir die SVP am besten. Die klaren Positionen zur Unabhängigkeit und zur Neutralität der Schweiz und zur Ablehnung eines EU-Beitritts überzeugten mich. Mir ist wichtig, dass die Schweiz ein eigenständiges Land bleibt, über das nicht von aussen bestimmt wird. Schliesslich geht es darum, dass Bürgerinnen und Bürger in einer direkten Demokratie immer das letzte Wort ­haben dürfen.

Wie entstand die Verbindung zur lokalen Partei?

Die Mitglieder der Jungen SVP werden auch über die Aktivitäten der Lokalparteien informiert. Ich entschied mich, an einem Anlass der SVP Gossau teilzunehmen. Das war ein spezieller Moment, vor allem wegen meines Alters. Ich fühlte mich schnell wohl.

Wie wurden Sie akzeptiert?

In der Partei war das problemlos, aber auch in der Öffentlichkeit. Als ich mich nämlich im vergangenen Jahr für die Kantonsratswahlen zur Verfügung stellte, wurde ich erster Ersatz. Das zeigte mir, dass ich auch in der Bevölkerung trotz ­meiner Jugendlichkeit akzeptiert werde. Mein Umfeld reagierte ebenfalls positiv auf mein neues Amt. Das motiviert mich zu weiteren Taten.

Welches Anliegen verfolgen Sie?

Mir ist es ein grosses Anliegen, dass sich Junge häufiger für die Politik interessieren oder zumindest an Wahlen und Abstimmungen teilnehmen. Immerhin geht es um unsere Zukunft, die wir selber gestalten sollten. Ich hoffe aber auch, dass es mir gelingt, Junge und Ältere für Informationen, Unterschriftenaktionen, Anlässe und mehr in der Öffentlichkeit zu gewinnen. Präsenz in der Bevölkerung ist enorm wichtig.

Wie sieht es für die Wahlen im Herbst und in drei Jahren aus?

Mit unserem hohen Wähleranteil sind wir bereit, in der Exekutive Verantwortung zu übernehmen. Der Vorstand schlägt daher anlässlich einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung Claudia Martin als Kandidatin für den Stadtrat vor. Als Stadtparlamentarierin von 2005 bis 2013, amtierende Kantonsrätin und Berufsfachschullehrerin bringt sie optimale Voraussetzungen für dieses Amt mit. Für die Parlamentswahlen in drei Jahren ist es mein Ziel, einen Sitz für die SVP dazuzugewinnen.

Welche sachpolitischen Themen beschäftigen Sie unter anderen?

Ein Dorn im Auge des Vorstands ist die geplante Aushubdeponie. Es bestünde die Gefahr, dass ein Grundwassersee und mehrere Quellen in Mitleidenschaft gezogen würden. Von diesen Quellen beziehen einige Haushalte ihr Wasser.
Der Masterplan Sportanlagen wird sicherlich eine Steuerfusserhöhung mit sich bringen. Die Kostenschätzung wurde kürzlich auf 82 Millionen korrigiert. Ich denke, dass dieses Projekt mit den steigenden Kosten immer weniger Zustimmung findet.

Und wenn Sie nicht politisieren?

Beruflich bin ich in Frauenfeld als ­Bäcker tätig. Zurzeit absolviere ich zudem die Ausbildung zum technischen Kaufmann. In meiner Freizeit fahre ich im Sommer gerne Motorrad, im Winter Ski, helfe ab und zu auf unserem Bauernhof mit oder bin mit Kollegen unterwegs.

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